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Nur noch 20 Minuten... oder?

Einmal pro Jahr gibt es einen Familientag, an dem Groß und Klein mitwirken und Spaß miteinander haben.

So auch vor 3 Jahren, im Juni 1996. Begonnen hatte dieser Sonntag mit einem Gottesdienst in Marmagen, der z.T. von uns gestaltet wurde und bei den Marmagener Christen auch großen Anklang fand. " Dat künnt ihr öfters dunn". Im Anschluß an die Messe wurde gemeinsam zu Mittag gegessen, um uns für die bervorstehende Wanderung durch die Dahlemer Binz zu stärken. Geplant wurde dieser ganze Tag von unserem Guido unter Mitwirkung seiner gesamten Familie.

Bilder vom Familientag

Der Tag, der regnerisch begann, wurde zunehmend sonniger und wärmer. So starteten wir bei strahlendem Sonnenschein, gut gelaunt, mit Getränken und Kinderwagen, kleinen Kindern und großen Kinder versehen, aufgeteilt in "Arbeitsgruppen", zur Erkundung der Dahlemer Binz. Jede Gruppe bekam ein "Arbeitsblatt", auf dem etliche Fragen - lösbar für jede Altersgruppe !!!??? - zu Umwelt, Allgemeinwissen, Waldwirtschaft und Geisteszustand gestellt waren. Zudem mußte der Weg noch erkundet werden, der uns letztendlich zurück zum Ausgangspunkt und zu einem tollen Grill -Abendessen - führen sollte.



Meine Gruppe bestand hauptsächlich aus Familien mit kleinen Kindern, so daß wir nur langsam vorwärts kamen und von den anderen überholt wurden. Wir ließen uns nicht verdrießen, lösten Fragen , rätselten hier und da nach dem richtigen Weg und wanderten weiter. Zunehmend kam uns die Binz wie ein immer gößer werdender Urwald vor, scheinbare Abkürzungen führten uns ab vom rechten Pfad, gelegentliche Stimmen und Rufe anderer Chorkollegen ließen uns aber wieder aufatmen und auch die vorgegebene Route finden.

Es wurde wärmer und wärmer , die Kinder hatten viel Durst und uns schien die Wanderung, die eigentlich nur 2 Stunden dauern sollte, einfach nicht enden zu wollen. Ein Lichtblick war Guidos gelegentliches Erscheinen mit seinem Fahrrad, der uns fortwährend bestätigte, daß wir in ca. 20 Minuten am letzen "Kontrollpunkt und somit schon fast am Ziel seinen.

Dann fuhr er davon und wir, gestärkt durch diese tröstenden Worte, wanderten munter, die Kinder unmunter weiter. Nach einer ¾ Stunde ohne Hinweis auf das Ziel, das ENDE oder Guido erreichten wir plötzlich einen Bauernhof, der auch eine unserer Stationen zwecks Lösung unseres Aufgabenzettels war.

Endlich wieder Zivilisation,- ein Lichtblick . Aber auch von diesem Punkt aus bestätigte uns Guido, daß wir in 20 Minuten am Ziel, am Grill und vor allen Dingen am Fäßchen gekühlten Bieres wären...

Aber auch diese Zeitangabe erwies sich als absolut danebengegriffen, und das, obwohl sie von unserem Chorleiter stammte, der uns doch ansonsten durch sein exaktes Gefühl für Tempo nicht zu Atem kommen läßt.

Unser Martyrium weiter aufzuzählen breche ich hier ab, um zu versichern: wir sind alle erschöpft, verschwitzt, halb verdurstet, mittelprächtig verhungert, mit reichlich Blasen an dem Füßen, nach ca. 4 Stunden wohlbehalten am Ziel angekommen. Nach einem kühlen Glas Bier, bzw. Saft, großem Steak und leckerem Salat ließ sich sogar schon wieder über die Strapatze witzeln. Die Heimfahrt, so bin ich mir sicher, wurde in etlichen Autos viel leiser als die Hinfahrt, denn unsere Kinder schliefen- war das wohltuend.

Seit diesem Tag bin ich jedoch sehr skeptisch bei einer Zeitangabe von "nur noch 20 Minuten"!

Anne Plien


© 2004 JOY Junger Chor Frechen eV

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